Bleistifte und ihre Härtegrade im Detail


Gerade als angehender Künstler kann man von den mehr als 15 Härtegraden, in denen Bleistifte verfügbar sind, schnell überfordert sein.

Insgesamt unterscheidet man die 4 Härtegrade H(ard), B(lack), F(irm) sowie HB (Hard-Black). Die Härtegrade H und B sind weiterhin in 9 Härtegrade unterteilt. HB und F unterscheiden sich kaum, sodass man F heutzutage selten antrifft.

Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Bleistift Herstellern, was dazu führen kann, dass gerade angehende Künstler schnell verwirrt sind wenn dann noch die einzelnen Härtegrade dazu kommen.

Im Folgenden will ich eine kurze Übersicht über die einzelnen Härtegrade, sowie deren Verwendung beim Zeichnen, geben und im Anschluss einige Qualitätsmerkmale guter Bleistifte besprechen.

Bleistifte damals und heute

Um zu verstehen, worin die Unterschiede der einzelnen Härtegrade liegen, müssen wir uns zunächst damit auseinandersetzten, woraus Bleistifte eigentlich gemacht werden.

Bleistifte wurden Ursprünglich, wie der Name schon sagt, aus Blei gefertigt, allerdings hat man sich dazu entschieden, aufgrund des Preise und der besseren Verfügbarkeit dazu entschieden Bleistifte aus einem Gemisch aus Ton und Graphit zu fertigen.

Damit sein auch gleichzeitig die Frage geklärt, ob Bleistifte giftig sind. Natürlich sollte man die Mine des Bleistiftes nicht essen, allerdings muss man sich keine Gedanken machen, wenn man geringe Mengen davon aufnimmt.

Der Gehalt, bzw. genauer gesagt, das genaue Mischungsverhältnis von Ton zu Graphit, bestimmt den Härtegrad des Bleistiftes.

Je weniger Ton verwendet wird, desto dunkler werden die Striche und je mehr Ton verwendet wird, desto weniger intensiv kommt der Graphit Anteil durch, was dazu führt, dass die Striche heller werden.

Wer an einer genauen Übersicht über die Geschichte der Bleistifte interessiert ist, der kann dies hier, auf Wikipedia nachlesen.

Die Härtegrade

Insgesamt unterscheidet man die vier Grundstärken B (Black- Schwarz), HB (Hard-Black – Hart und Schwarz), F (Firm – Fest) und H (Hard – Hart).

H und B

H und B sind hierbei jeweils weiter in 9 Stufen unterteilt. Je nach dem woran man gerade zeichnet, benötigt man unterschiedliche Stärken, doch auch bei den einzelnen künstlerischen Tätigkeiten, gibt es bevorzugte Härtegrade der eingesetzten Bleistifte.

F und HB

Die Bleistifte des Härtegrades F unterscheiden sich nur minimal von denen des Härtegrades HB. Im laufe der Zeit hat sich hier HB etabliert, sodass man heutzutage nur noch selten Bleistifte des Härtegrades F findet.

Harte Bleistifte

Mittelharte Stärken (2H-6H) werden vor allem im Bereich des technischen Zeichnens eingesetzt.

Hier kommt es auf präzise Strichführung an, und in der Regel werden dickere Papiere verwendet, auf denen die harten Bleistifte besser zur Geltung kommen.

In der Schule nutzt man meist die Härtegrade zwischen 3B und H zum schreiben bzw. zeichnen von geometrischen Figuren.

Minen dieser Härtegrade werden unter anderem in Zirkeln sowie Druckbleistiften standardmäßig verwendet.

Für Künstler

Als Künstler hingegen verwendet man gerne die ganze Bandbreite der verfügbaren Härtegrade wobei allerdings härtere Bleistifte (Härtegrad größer als 2H) eher seltener eingesetzt werden.

Standartisierung

Auch wenn die Härtegrade vermuten lassen, dass es einen internationalen Standard gibt, so ist dem doch nicht so.

Vielmehr entscheiden die Hersteller der Bleistifte selber, welchen Härtegrad sie für welches spezielle Ton-Graphit-Gemisch vergeben.

Die Firma Faber-Castell setzt ihrerseits zum Beispiel mit der 9000er Reihe einen firmeneigenen Standard, und ist bemüht diesen auch über Jahre hinweg zu halten, sodass sich Künstler darauf verlassen können, dass die Bleistifte die gleichen Resultate bringen.

Die Firma überprüft hierbei regelmäßig die Produktion der Bleistifte auf Daten wie zum Beispiel Minenabrieb pro Millimeter und gleicht die Werte so an, dass sie dem Ursprungswert von 1960 entsprechen.

Insgesamt unterscheidet man, ausgehend von HB, drei internationale Gebiete, in denen die Härtegrade von Bleistiften variieren.

Japan ist hierbei mit den weichsten HB Bleistiften vertreten, dicht gefolgt von Europa mit den mittelweichen, und das Schlusslicht bilden die USA mit den härtsten HB Bleistiften.

Hierfür eigenen sich die einzelnen Härtegrade

Im Künstleralltag kann die Wahl des richtigen Härtegrades einen großen Einfluss auf das Endresultat haben. Gerade Neulinge tun sich hier schwer, da sie zunächst ein Gefühl dafür entwickeln müssen, welcher Härtegrad für welche Situation der Beste ist.

Harte Bleistiften

Die harten Bleistifte (2H-9H) eigenen sich besonders dann, wenn man eine Vorzeichnung oder Skizze anfertigen möchte, die später in der eigentlichen Zeichnung nicht mehr sichtbar sein soll.

Aufgrund des Härtegrades dieser Bleistifte, sind die Striche auf dem Papier dünn, und lassen sich gut überzeichnen bzw. wenn nötig weg radieren.

Das kann gerade für angehende Künstler wichtig sein, da man in dieser Phase noch wenig Gefühl dafür hat, Farbwerte zu platzieren und deshalb oft auf Vorzeichnungen bzw. Skizzen zurückgreift.

Fertigt man diese mit weichen Bleistiften an, so können die Linien, aufgrund ihrer Schwärze, nur schwer weg radiert werden, und es kann passieren, dass sie durch starkes Verwischen die Zeichnung ruinieren.

Beim Einsatz der harten Bleistifte, ist es allerdings von entscheidender Wichtigkeit, dass man beim Vorzeichnen bzw. Skizzieren, den richtigen Druck anwendet, dazu allerdings später mehr.

Mittelharte Bleistifte

Die Mittleren Härtegrade (2B-2H) kommen über all da zum Einsatz, wo Präzision, und halbwegs starke Linien gefragt sind.

Neben dem technischen Zeichnen sind dies unter anderem Bleistifte, welche gerne für reine Skizzen genutzt werden, die später nicht weiter verarbeitet werden sollen.

Aufgrund der Stärke der Linien, und eines Härtegrades welcher zwischen hart und weich liegt, ist es mit diesen Bleistiften möglich, eine Vielzahl an Hell- bzw. Dunkeltönen zu erzeugen, was sie zu den idealen Allroundern macht.

Die Bleistifte dieser Härtegrade, halten gut auf dem Papier, verwischen nicht zu stark, und sind dabei trotzdem leicht mit dem Radiergummi zu entfernen.

Weiche Bleistiften

Wie auf für alle anderen Härtegrade, gibt es für weiche Bleistifte, welche die dicksten Striche sowie die dunkelsten Töne liefern, (2B-9B) eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten.

An vorderste Stelle stehen hierbei die Schattierungen. Aufgrund der Eigenschaft von Schatten (sie sind halt schwarz), kommen hier kaum weiche Bleistifte zum Einsatz.

Gerade bei Schlagschatten nimmt man die weicheren Bleistifte (je nach gesamt Ton des Bildes 6B-9B) um den entsprechend dunklen Ton zu zeichnen.

Weiche Bleistifte eigenen sich hervorragend für das Schummern, sowie das Verwischen, da sie, aufgrund ihrer Weiche, auch auf feinem Papier einen hohen Abrieb erzeugen, und so ein komfortables Arbeiten ermöglichen.

Neben Schattierungen werden die weichen Härtegrade auch überall dort genutzt, wo dicke bzw schwarze Linien benötigt werden.

HB bzw. F

Ich selbst verwendet Bleistifte des Härtegrades HB bzw. F gerne für Skizzen, und zum Üben, da sie meiner Meinung nach den besten Kompromiss zwischen leicht zu radieren und dem Erzeugen von dunklen Tönen, liefern.

Darüber hinaus eigenen sollten sie überall da die erste Wahl sein, wo eine Mischung aus Präzision und dunklen Linien gefragt ist.

Darauf muss man als Anfänger achten

Bleistiftsets

Kaum ein Künstler verwendet nur einen Härtegrad, wenn es um das Anfertigen von Zeichnungen geht.

Deshalb ist es nötig sich so früh wie möglich, mit dem ganzen Spektrum der zur Verfügung stehenden Härtegrade vertraut zu machen.

Im Internet gibt es die Möglichkeit Bleistiftsets zu erwerben, welche in einer Transportbox bzw. einer Lederhülle verpackt sind.

Diese Bleistifte verfügen zwar nicht über die höchste Qualität, sind aber für Einsteiger gut geeignet um das Material auszuprobieren.

Womit anfangen

Für Anfänger empfehle ich sich zunächst mit den mittleren Härtegraden (2B-2H) vertraut zu machen, und später, darauf aufbauend, die anderen Härtegrade auszuprobieren.

2B-2H Bleistifte verzeihen die meisten Fehler, und geben dem angehenden Künstler die Möglichkeit sich mit den unterschiedlichen Eigenschaften vertraut zu machen, ohne das diese zu extrem Ausfallen.

Sobald man zu den rein harten bzw. rein weichen Bleistiften übergeht gibt es einige Dinge zu beachten, auf die ich hier gerne kurz eingehen möchte.

Brechen

Besondere Vorsicht gilt beim Umgang mit den weichen Härtegraden, da gerade die höheren Varianten dieser Bleistifte leicht Brechen, und auf dem Papier für ordentlich Abrieb sorgen.

Natürlich sollte man generell davon absehen seine Bleistifte durch den Raum zu werfen, allerdings kommt es durchaus vor, das der ein oder andere Bleistift einmal herunter fällt.

Bei harten Bleistiften ist dies weniger problematisch, weiche Bleistifte werden hierbei allerdings sehr leicht brechen.

Verwischen

Hat man größere Flächen mit einem weichen Härtegrad gezeichnet, so empfiehlt es sich, diese Flächen mit einem Papier abzudecken, um sie nicht beim weiteren Zeichnen unabsichtlich zu verwischen.

Radieren

Sobald man mit Bleistiften arbeitet greift man früher oder später zu seinem Radiergummi.

Weiche Bleistifte

Während man hier bei harten Bleistiften (unter Beachtung des Drucks) auf wenig Probleme stößt, sollte man besondere Vorsicht bei weichen Härtegraden walten lassen.

Die Bleistifte 2B-9B lassen sich meist nur schlecht weg radieren und hinterlassen gerne unschöne Schmierereien bzw. Striche auf dem Papier.

Ist man sich seiner Sache nicht sicher, so empfiehlt es sich anstelle eines weichen Bleistiftes zunächst einen harten zu wählen.

Hat man ausprobiert ob die Schattierung richtig sitzt, so kann man im Nachhinein immer noch mit einem weichen Bleistift über den harten Bleistift zeichnen, und so das gewünschte Ergebnis erzielen.

Radiert man weichen Bleistift, so sollte man unbedingt darauf achten, im Anschluss den Radiergummi zu säubern, da es ansonsten beim nächsten Radieren zu unschönen Flecken kommen kann.

Zum Reinigen kann man einfach ein paar mal über ein leeres Schmierblatt radieren bis der Radiergummi wieder rein ist.

Zum Radieren von weichen Härtegraden empfehle ich einen knetbaren Radiergummi, da dieser den Bleistift besser vom Papier abträgt als feste Radiergummis.

Die festen Radiergummis eigenen sich hingegen besser zum Entfernen von harten Bleistiftstrichen, da hier die Gefahr des Verwischens nicht so hoch ist, wie bei weichen Härtegraden.

Das Zusammenspiel des Materials

Der richtige Druck

Wie bereits zuvor erwähnt spielt der richtige Druck beim Einsatz der Bleistifte eine entscheidende Rolle.

Harte Bleistifte

Gerade bei harten Bleistiften kann es bei festem Druck passieren das man einen Abdruck der Linie auf dem Papier hinterlässt.

Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann einem auch die ein oder andere Zeichnung ruinieren, da diese Rillen beim erneuten darüber zeichnen weiß bleiben.

Weiche Bleistifte

Bei weichen Härtegraden, kann es passieren, dass die Bleistifte, je nachdem wie man sie anspitzt, bei zu festem Druck brechen und man so einen Bleistift im Nu ersetzen muss.

Als Faustregel gilt, lieber mehrmals über die gleiche Stelle Zeichnen, als zu fest aufzudrücken, um sich einiges an Frustration zu ersparen.

Mit der Zeit entwickelt man ein gewisses Fingerspitzengefühl, wie viel Druck wann mit dem Bleistift nötig ist.

Das richtige Papier

Auch das richtige Papier beeinflusst den zu wählenden Härtegrad und sollte deshalb nicht außer Acht gelassen werden.

Als Faustregel gilt hier, dass auf glatten Oberflächen weniger Abrieb entsteht, weshalb ein härterer Bleistift hier für Schattierungen sinnvoller ist als ein weicher.

Für raues Papier sollte man zu einem weicheren Härtegrad greifen, da es hier zu mehr Abrieb kommt und der weiche Bleistift die dunkle Farbe auf das Raue Papier besser überträgt.

Minenhalter oder Holzbleistift

Minenhalter

Bevor wir uns anschauen, auf welche Qualitätsmerkmale es beim Kauf von Bleistiften ankommt, will ich kurz noch auf die Frage eingehen, wofür Minenhalter gut sind, und ob sich die Anschaffung eines solchen rentiert.

Ein Minenhalter fungiert sozusagen als äußere Hülle eines Bleistiftes. Anstelle eines Holzstiftes, hat man eine Plastikhülse, in die eine Mine eingelegt wird, und bei Bedarf kann man diese dann, durch betätigen eines Knopfes, herausrutschen lassen und verwenden.

Prinzipiell spielt hierbei die persönliche Präferenz eine entscheidende Rolle, allerdings sollten auch andere Merkmale wie zum Beispiel der Preis nicht außer acht gelassen werden.

Die Minen für den Minenhalter kosten, je nach Hersteller variierend, um die 7 Euro (Faber-Castell) und enthalten 10 Minen zu 2 oder 3,15mm .

Damit sind ein paar Euro billiger, als 10 komplett neue Bleistifte. Dies rentiert sich allerdings nur, wenn man auch viel mit dem Bleistift arbeitet, da man die Minen nur im 10er Pack erwerben kann.

Druckbleistift

Eine günstigere Alternative stellt hier der Druckbleistift dar, welcher Minen zu 0.3 , 0.5 und 0.7 anbietet. Diese kosten je nach Qualität zwischen 1,50 und 3 Euro.

Der Bleistifthalter

Wird der Bleistift zu kurz, um komfortabel damit zu zeichnen, so ist es von Vorteil, wenn man einen Bleistifthalter besitzt.

In diesen kann man den Bleistift hineinstecken, und somit aus dem zu kurz gewordenen Stift wieder einen langen Stift machen, mit dem sich komfortabel weiterzeichnen lässt.

Bleistifthalter sind billig und erleichtern die Arbeit ab einem bestimmten Zeitpunkt ungemein, sodass man auf sie nicht verzichten sollte.

Viele der Halter bieten jeweils ein dickes sowie ein dünnes Ende an, was allerdings meiner Meinung nach kaum von Bedeutung ist, da wir zum Zeichnen nur die dünnen Bleistifte verwenden, das dicke Ende kann also getrost vernachlässigt werden.

Die richtige Qualität ist entscheidend

Bei der Qualität von Bleistiften gilt es einige Dinge zu beachten. Zunächst wäre hier die Qualität des Holzes zu nennen. Schlechtes Holz splittert beim Anspitzen und kann beim Herunterfallen leicht brechen. Hier ist Frustration vorprogrammiert.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist natürlich die Qualität der Mine des Bleistiftes. Qualitativ minderwertige Minen verursachen beim Zeichnen unregelmäßigen Abrieb auf dem Papier und das Zeichnen von feinen Linien wird mit ihnen zur Qual.

Auch kann es bei schlechten Minen leichter zu Brüchen innerhalb des Bleistiftes kommen (zum Beispiel beim Herunterfallen)

Bleistifte von Faber-Castell sowie Staedler verwenden hier spezielle Techniken, um ihre Bleistifte gegen Erschütterungen zu schützen und bruchsicherer zu machen.

Auch die Form des Stiftes bzw. die Lackierung spielen eine Rolle. Schlechte Lackierung blättert bei häufiger Benutzung schnell ab und kann unschöne Spuren auf den Zeichnungen hinterlassen.

Ist die Lackierung einmal abgeblättert, so lässt sich der Stift im nachhinein zwar nach hart oder weich einordnen, allerdings ist es sehr schwer den genauen Härtegrad zu bestimmen.

Ein Runder Stift sollte vermieden werden, da er oft wegrollt, und so die Bruchgefahr erhöht ist.

Qualitativ hochwertige Stifte kosten natürlich mehr Geld, allerdings sollte man sich dabei immer bewusst sein, dass man dafür auch einen hochwertigen Stift bekommt, mit dem man eine lange Zeit über viel Spaß haben wird.

Einige Hersteller, die traditionell qualitativ hochwertige Stifte produzieren sind:

  • Faber-Castell
  • Staedtler
  • Stabilo
  • Koh-I-Noor

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