Wie digitalisiert man Zeichnungen?


Oft werde ich gefragt wie ich vorgehe um meine Zeichnungen zu digitalisieren, deshalb will ich hier kurz darauf eingehen wie diese einfach Prozess des Digitalisierens einer Zeichnung abläuft.

Im wesentlichen besteht das digitalisieren von Zeichnungen aus drei Schritten. Zuerst scannt man seine Zeichnung mit mindestens 300dpi, danach passt man Farbe und Kontrast soweit an, dass schwarze Linien schwärzer und der Hintergrund weißer wird. In einem letzten Schritt entfernt man den Hintergrund und ersetzt ihn durch eine weiße Ebene.

Da das Digitalisieren von Zeichnungen allerdings für Leute ohne Photoshopgrundkenntnisse oft ein Problem darstellt, habe ich im Folgenden alle Schritte noch einmal ausführlich erklärt, sodass hoffentlich alle Fragen beseitigt sind.

Programm

Für diese Anleitung verwenden wir Adobe Photoshop CS2. Das Programm kann man sich kostenfrei bei Adobe herunterladen.

Die Grundlage

Am Anfang steht, wer hätte das erwartet, die Zeichnung auf Papier. Willst du deine Zeichnung später digitalisieren, dann solltest du gerade Bei der Wahl des Papiers und bei der Art und Weise wie du Zeichnest einige Regeln befolgen.

Je nachdem, wie deine fertig digitalisierte Zeichnung später aussieht, hängt unter anderem davon ab wie weiß dein Papier ist.

Natürlich kann man später den Hintergrund selbst wählen, allerdings bereitet das zusätzliche Arbeit. Wieso also nicht gleich extra weißes Papier wählen um Zeit und Mühen zu sparen.

Die Wahl von weißem Papier für das Digitalisieren von Zeichnungen erspart es euch, im Nachhinein mittels teilweise aufwändigen Arbeitsschritten den Hintergrund auszuschneiden und zu ersetzen.

Gerade bei ungeübten Leuten spart dies in etwa eine halbe Stunde Arbeit.

Soll deine digitalisierte Zeichnung nicht wie eine Bleistiftzeichnung, sondern wie eine digitale Zeichnung, wirken, empfiehlt es sich, die Linien nach Vollendung der Zeichnung mit schwarzem Fineliner nachzuziehen.

Wie bekommst du die Zeichnung auf den Computer

Hier gibt es zwei Methoden, das Fotografieren und das Scannen. Ich empfehle allerdings die Zeichnung zum digitalisieren zu scannen, da dir das später einiges an Arbeit abnimmt und dir bei der späteren Bearbeitung mehr Freiheiten gewährt.

Die fertige Bleistiftzeichnung scannst du am besten in schwarz-weiß. So erhältst du einen gleichmäßigen Hintergrund, und es ist einfach, die Zeichnung später zu bearbeiten.

Sollte dein Scanner dir erlauben die Auflösung frei zu wählen, musst du dich zwischen zwei Einstellungen entscheiden. Bei 300dpi überträgt dein Scanner deine Zeichnung 1:1 in das digitale Format.

Wählst du hingegen 600dpi, so ist es später einfach, die Zeichnung ohne Verlust der Qualität oder Schärfe der Linien zu vergrößern.

Dies kann wichtig sein, wenn du dir noch nicht darüber im Klaren bist, wie du die Zeichnung am Computer bearbeiten willst.

Wenn du keinen ausreichend guten Scanner zur Verfügung hast, kannst du alternativ in einen Copy-Shop gehen, oder aber ein Foto der Zeichnung verwenden.

Hierbei solltest du auf gute Lichtverhältnisse achten, und das Bild zentral unter der Kamera positionieren.

Bearbeitungsschritte am Computer

Kontrast und Farben, die Grundlage

Mit diesen Techniken wollen wir erreichen, dass der Hintergrund strahlend weiß und die Linien schwarz sind. Außerdem erlauben uns diese Anpassungen eventuell gezeichnete Hilfslinien zu verbergen.

  1. Zunächst müssen wir die zuvor gescannte Datei in Photoshop öffnen. Klicke hierzu auf File → Open und wähle anschließend deine Datei aus
  2. Im Ebenendialog, auf der rechten Seite, bekommst du nun die Original Ebene angezeigt. Diese sollte nicht bearbeitet werden.
  3. Um trotzdem mit der Zeichnung arbeiten zu können müssen wir deshalb die Ebene kopieren.Wähle dazu die Ebene aus, und wähle dann mit einem Rechtsklick → Duplicate Alle Änderungen finden nun auf der neuen Ebene statt und verändern unser ursprüngliche Datei nicht.
  4. Nun benötigen wir einen Weg die Helligkeit und Dunkelheit zu manipulieren. Wähle dazu Image → Adjustments → Levels um das Menü zur Tonwertekorrektur zu öffnen
  5. Schiebst du im sich öffnenden Menü den linken Regler weiter nach links, so kannst du die Schwärze der Linien beeinflussen. Mit dem Rechten Regler können wir die Helligkeit des Hintergrunds beeinflussen. Schiebe beide Regler soweit, bis du mit deinem Ergebnis zufrieden bist

Die oben angewendeten Techniken werden es leider nicht schaffen alle ungewünschten Linien verschwinden zu lassen.

Dies ist allerdings kein Problem da Photoshop über einen digitalen Pinsel verfüg, mit dem wir unerwünschte Linien einfach weiß übermalen können.

Wähle hierzu am linken Rand das Brushtool und beginne damit die Linien zu übermalen. Mit dem Brushtool kannst du außerdem schwarze Linien nachziehen oder ausbessern.

Hintergrund entfernen

  1. Klicke auf das kleine Augensymbol neben der Originalebene, um diese Auszublenden. Das ist nötig um ungestört weiterarbeiten zu können.
  2. Stelle nun sicher, dass beim Scannen keine Schatten entstanden sind. Ist dies doch der Fall, übermale diese vollständig mit weiß so gut es geht.
  3. Wähle in der Werkzeugleiste am linken Rand nun den Magic Wand (Zauberstabsymbol) und markiere damit die weiße Fläche des Hintergrundes. Anschließend kannst du diese durch betätigen der Entf-Taste auf deiner Tastatur löschen.
  4. Photoshop hinterlegt den transparenten Bereich nun mit Karos. Stell dir einfach vor du hättest von deiner Zeichnung das Papier entfernt und nur noch die Linien vor dir liegen

In manchen Fällen (gerade bei alten Scannern) finden sich recht viele graue bzw. schwarze Flecken im Hintergrund. Nicht immer gelingt es einem diese im dritten Arbeitsschritt vollständig zu übermalen.

Um ein ordentliches weiß zu erreichen, macht es deshalb Sinn, eine weitere Ebene unter deinen Linien hinzuzufügen, und diese mit schwarzer Farbe zu füllen.

Das ermöglicht es dir weiße Stellen zu identifizieren und zu löschen

Wähle hierzu die Original Ebene im Ebenendialog aus und Klicke anschließend auf das kleine Plus links unten.

Hast du die neue Ebene erstellt, dann kannst du sie mit dem Paint-Bucket-Tool (Farbeimersymbol) komplett schwarz färben.

Jetzt kannst du die übrig gebliebenen weißen Stellen sehr gut erkennen und mit dem Radiergummi löschen.

Klicke anschließend im Ebenendialog auf das kleine Auge neben der schwarzen Ebene, um diese wieder zu „verstecken“.

In einem letzten (optionalen Schritt) kannst du nun die Größe deines Bildes anpassen.

Vorsicht, dies empfiehlt sich nur, wenn du zuvor deinen Scann mit 600dpi gemacht hast, da du ansonsten erhebliche Qualitätsverluste in Kauf nehmen musst.

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